Vorbereitungskurs auf den IHK Sachkundenachweis gem. § 34a GewO
Lektion

Die folgenden Straftaten sind die wichtigsten für den Sicherheitsbereich:

  • §123 StGB – Hausfriedensbruch
  • §126 StGB – Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten
  • §132 StGB – Amtsanmaßung
  • §132a StGB – Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen
  • 3138 StGB – Nichtanzeige geplanter Straftaten
  • §153 StGB – falsche uneidliche Aussage
  • §154 StGB – Meineid
  • §164 StGB – falsche Verdächtigung
  • §185 StGB – Beleidigung
  • §201 StGB – Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes
  • §201a StGB – Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen
  • §202 StGB – Verletzung des Briefgeheimnisses
  • §202a StGB – Ausspähen von Daten
  • §223 StGB – Körperverletzung
  • §224 StGB – gefährliche Körperverletzung
  • §226 StGB – schwere Körperverletzung
  • §229 StGB – fahrlässige Körperverletzung
  • §239 StGB – Freiheitsberaubung
  • §240 StGB – Nötigung
  • §241 StGB – Bedrohung
  • §242 StGB – Diebstahl
  • §243 StGB – besonders schwerer Fall des Diebstahls
  • §244 StGB – Diebstahl mit Waffen, Bandendiebstahl, Wohnungseinbruchsdiebstahl
  • §246 StGB – Unterschlagung
  • §248a StGB – Diebstahl und Unterschlagung geringwertiger Sachen
  • §249 StGB – Raub
  • §252 StGB – Räuberischer Diebstahl
  • §253 StGB – Erpressung
  • §255 StGB – Räuberische Erpressung
  • §257 StGB – Begünstigung
  • §258 StGB – Strafvereitelung
  • §259 StGB – Hehlerei
  • §263 StGB – Betrug §265a StGB – Erschleichen von Leistungen
  • §267 StGB – Urkundenfälschung
  • §303 StGB – Sachbeschädigung
  • §306 StGB – Sachbeschädigung durch Brandstiftung

Hausfriedensbruch

Objektiver Tatbestand:

Wer …

  • in eine Wohnung, Geschäftsraum, befriedetes Besitztum oder abgeschlossene Räume, die dem öffentlichen Dienst oder Verkehr bestimmt sind,
  • widerrechtlich eindringt
  • oder wer, wenn er sich ohne Befugnis darin aufhält, auf die Aufforderung eines Berechtigten nicht entfernt

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

123 StGB – Hausfriedensbruch

(1) Wer in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum eines anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst oder Verkehr bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt.

Beispiel 1

In einer Diskothek kommt es zu einer Schlägerei zwischen mehreren Mädels. Lena wird daraufhin ein Hausverbot für ein Jahr ausgesprochen. Sie verlässt den Laden. Kurze Zeit später schiebt sie den Zaun im Raucherbereich zur Seite und betritt erneut den Hausrechtsbereich.

Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten

Objektiver Tatbestand:

Wer …

in einer Weise die geeignet ist den öffentlichen Frieden zu stören mit bestimmten schweren Straftaten droht:

z.B.

  • Landfriedensbruch
  • Mord, Totschlag, Völkermord, Verbrechen gegen Menschlichkeit, Kriegsverbrechen
  • Raub

etc.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

§126 StGB – Störung des öffentlichen Friedens durch Straftaten

(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

  1. einen der in § 125a Satz 2 Nr. 1 bis 4 bezeichneten Fälle des Landfriedensbruchs,
  2. einen Mord (§ 211), Totschlag (§ 212) oder Völkermord (§ 6 des Völkerstrafgesetzbuches) oder ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit (§ 7 des Völkerstrafgesetzbuches) oder ein Kriegsverbrechen (§§ 8, 9, 10, 11 oder 12 des Völkerstrafgesetzbuches),
  3. eine schwere Körperverletzung (§ 226),
  4. eine Straftat gegen die persönliche Freiheit in den Fällen des § 232 Abs. 3, 4 oder Abs. 5, des § 233 Abs. 3, jeweils soweit es sich um Verbrechen handelt, der §§ 234, 234a, 239a oder 239b,
  5. einen Raub oder eine räuberische Erpressung (§§ 249 bis 251 oder 255),
  6. ein gemeingefährliches Verbrechen in den Fällen der §§ 306 bis 306c oder 307 Abs. 1 bis 3, des § 308 Abs. 1 bis 3, des § 309 Abs. 1 bis 4, der §§ 313, 314 oder 315 Abs. 3, des § 315b Abs. 3, des § 316a Abs. 1 oder 3, des § 316c Abs. 1 oder 3 oder des § 318 Abs. 3 oder 4 oder
  7. ein gemeingefährliches Vergehen in den Fällen des § 309 Abs. 6, des § 311 Abs. 1, des § 316b Abs. 1, des § 317 Abs. 1 oder des § 318 Abs. 1

androht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wider besseres Wissen vortäuscht, die Verwirklichung einer der in Absatz 1 genannten rechtswidrigen Taten stehe bevor.

Beispiel 1

Thomas schreibt vor einer wichtigen Prüfung, für die er nicht gelernt hat, mit Spraydosen einen Satz an die Wand, am Haupteingang seiner Schule: „Morgen 12 Uhr – Amoklauf – ich erschieße euch alle”

Amtsanmaßung

Objektiver Tatbestand:

Wer …

  • sich unbefugt mit der Ausübung eines öffentlichen Amtes befasst (z.B. Polizei, Ordnungsamt etc.)
  • oder unbefugt eine Handlung, welche nur durch ein öffentliches Amt vorgenommen werden darf, ausführt (z.B. Knöllchenschreiben für falsch parkende PKW’s)

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

§132 StGB – Amtsanmaßung

Wer unbefugt sich mit der Ausübung eines öffentlichen Amtes befaßt oder eine Handlung vornimmt, welche nur kraft eines öffentlichen Amtes vorgenommen werden darf, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Beispiel 1

Florian verkleidet sich als Polizist. Nun fährt er anderen Personen,die zu schnell gefahren sind hinterher und hält diese an. So versucht er unberechtigt an Verwarngelder zu kommen.

Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen

Objektiver Tatbestand:

Wer unbefugt…

  • Amts- oder Dienstbezeichnungen, akademische Grade, Titel od. öffentliche Würden führt
  • bestimmte Berufsbezeichnungen führt (z.B. Arzt, Rechtsanwalt, Steuerberater
  • die Bezeichnung eines öffentlich bestellten Sachverständigen führt
  • Uniformen, Amtskleidungen oder Amtsabzeichen trägt

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

132a StGB – Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen

(1) Wer unbefugt

  1. inländische oder ausländische Amts- oder Dienstbezeichnungen, akademische Grade, Titel oder öffentliche Würden führt,
  2. die Berufsbezeichnung Arzt, Zahnarzt, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeut, Psychotherapeut, Tierarzt, Apotheker, Rechtsanwalt, Patentanwalt, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer, Steuerberater oder Steuerbevollmächtigter führt,
  3. die Bezeichnung öffentlich bestellter Sachverständiger führt oder
  4. inländische oder ausländische Uniformen, Amtskleidungen oder Amtsabzeichen trägt,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Den in Absatz 1 genannten Bezeichnungen, akademischen Graden, Titeln, Würden, Uniformen, Amtskleidungen oder Amtsabzeichen stehen solche gleich, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sind.

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten auch für Amtsbezeichnungen, Titel, Würden, Amtskleidungen und Amtsabzeichen der Kirchen und anderen Religionsgesellschaften des öffentlichen Rechts.

(4) Gegenstände, auf die sich eine Straftat nach Absatz 1 Nr. 4, allein oder in Verbindung mit Absatz 2 oder 3, bezieht, können eingezogen werden.

Beispiel 1

Herr Schweitzer kommt in den Eingangsbereich eines Krankenhauses. Um in den Behandlungsbereich zu gelangen gibt er sich als Dr. med. Schweitzer aus.

Nichtanzeige geplanter Straftaten

Objektiver Tatbestand:

Wer von bestimmten schweren Straftaten zu einer Zeit glaubhaft erfährt, zu der die Ausführung oder der Erfolg noch abgewendet werden kann, und trotzdem der Behörde (z.B. Polizei) oder dem Bedrohten (z.B. evtl. zukünftiges Opfer)keine Anzeige macht.

So z.B. bei:

  • geplanter Angriffskrieg
  • geplanter Mord
  • geplanter Raub

etc.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

§138 StGB – Nichtanzeige geplanter Straftaten

(1) Wer von dem Vorhaben oder der Ausführung

  1. einer Vorbereitung eines Angriffskrieges (§ 80),
  2. eines Hochverrats in den Fällen der §§ 81 bis 83 Abs. 1,
  3. eines Landesverrats oder einer Gefährdung der äußeren Sicherheit in den Fällen der §§ 94 bis 96, 97a oder 100,
  4. einer Geld- oder Wertpapierfälschung in den Fällen der §§ 146, 151, 152 oder einer Fälschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion und Vordrucken für Euroschecks in den Fällen des § 152b Abs. 1 bis 3,
  5. eines Mordes (§ 211) oder Totschlags (§ 212) oder eines Völkermordes (§ 6 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit (§ 7 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Kriegsverbrechens (§§ 8, 9, 10, 11 oder 12 des Völkerstrafgesetzbuches),
  6. einer Straftat gegen die persönliche Freiheit in den Fällen des § 232 Abs. 3, 4 oder Abs. 5, des § 233 Abs. 3, jeweils soweit es sich um Verbrechen handelt, der §§ 234, 234a, 239a oder 239b,
  7. eines Raubes oder einer räuberischen Erpressung (§§ 249 bis 251 oder 255) oder
  8. einer gemeingefährlichen Straftat in den Fällen der §§ 306 bis 306c oder 307 Abs. 1 bis 3, des § 308 Abs. 1 bis 4, des § 309 Abs. 1 bis 5, der §§ 310, 313, 314 oder 315 Abs. 3, des § 315b Abs. 3 oder der §§ 316a oder 316c

zu einer Zeit, zu der die Ausführung oder der Erfolg noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfährt und es unterlässt, der Behörde oder dem Bedrohten rechtzeitig Anzeige zu machen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer

  1. von der Ausführung einer Straftat nach § 89a oder
  2. von dem Vorhaben oder der Ausführung einer Straftat nach § 129a, auch in Verbindung mit § 129b Abs. 1 Satz 1 und 2,

zu einer Zeit, zu der die Ausführung noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfährt und es unterlässt, der Behörde unverzüglich Anzeige zu erstatten. § 129b Abs. 1 Satz 3 bis 5 gilt im Fall der Nummer 2 entsprechend.

(3) Wer die Anzeige leichtfertig unterlässt, obwohl er von dem Vorhaben oder der Ausführung der rechtswidrigen Tat glaubhaft erfahren hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Beispiel 1

Ulrich sagt zu Diana, dass er am nächsten Tag die Sparkasse Paderborn ausrauben möchte. Er zeigt ihr auch Sturmhaube und Schusswaffe. Diana sagt dennoch weder der Sparkasse, noch der Polizei Bescheid.

Falsche uneidliche Aussage

Objektiver Tatbestand:

Wer …

  • vor Gericht oder einem anderen zur Vernehmung von Zeugen zuständigen Stelle (nicht die z.B. Polizeiliche Vernehmung)
  • als Zeuge uneidlich (also nicht vereidigt) falsch aussagt

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe von 3 Monate bis zu 5 Jahren

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

§153 – Falsche uneidliche Aussage

Wer vor Gericht oder vor einer anderen zur eidlichen Vernehmung von Zeugen oder Sachverständigen zuständigen Stelle als Zeuge oder Sachverständiger uneidlich falsch aussagt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Beispiel 1

Um Ulrich vor Gericht vor einer Bestrafung zu schützen, macht sein Kumpel Eric für ihn falsche Angaben zur Straftat.

Meineid

Objektiver Tatbestand:

Wer …

  • vor Gericht oder einer anderen Stelle die zur Abnahme von Eiden berechtigt ist,
  • falsch schwört (also eine falsche Aussage trotz Vereidigung)

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe nicht unter 1 Jahr (!)

Verbrechen oder Vergehen?

Verbrechen

Versuch strafbar?

Ja

§154 – Meineid

(1) Wer vor Gericht oder vor einer anderen zur Abnahme von Eiden zuständigen Stelle falsch schwört, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Beispiel 1

Ulrich wird von dem Richter bei der Verhandlung vereidigt. Er sagt nun unter Eid aus. Später kommt jedoch heraus, dass er auch unter Eid falsche Angaben getätigt hat, um nicht bestraft zu werden.

falsche Verdächtigung

Objektiver Tatbestand:

Wer …

  • eine andere Person
  • bei einer Behörde oder öffentlich
  • wider besseren Wissens (man verdächtig die Person obwohl man es besser weiß)
  • einer rechtswidrigen Tat verdächtigt
  • um gegen ihn ein behördliches Verfahren oder eine Maßnahme (z.B. Festnahme) herbeizuführen.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

§164 – falsche Verdächtigung

(1) Wer einen anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer in gleicher Absicht bei einer der in Absatz 1 bezeichneten Stellen oder öffentlich über einen anderen wider besseres Wissen eine sonstige Behauptung tatsächlicher Art aufstellt, die geeignet ist, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen.

Beispiel 1

Katja möchte Maria eins auswischen. Also geht Katja zur Polizei und gibt an, dass Maria eine Hanfplantage in ihrem Keller unterhalten würde. (Straftat nach §29 BtMG) Daraufhin öffnet die Polizei gewaltsam die Wohnung von Maria um eine Wohnungsdurchsuchung durchzuführen.

Beleidigung

Objektiver Tatbestand:

Wer …

  • eine andere Person beleidigt.

(Beleidigung ist die Kundgabe der Missachtung oder Nichtachtung  durch gesprochenes Wort, Bild oder Schrift oder einer Tätlichkeit. Allerdings muss die Ehre der beleidigten Person angegriffen sein.)

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr
  • Geldstrafe

bei Beleidung mittels einer Tätlichkeit

  • Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

§185 – Beleidigung

Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Beispiel 1

Als Dieter dem Andreas die Vorfahrt nimmt, beschimpft Andreas ihn als “dämlicher Hurensohn der seine Mutter fickt”. Andreas ist von dieser Äußerung äußerst betroffen.

Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes

Objektiver Tatbestand:

Die Vertraulichkeit des Wortes wird von jemandem verletzte, der unbefugt…

  • das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einem Tonträger  aufnimmt (z.B. geheime Tonbandaufzeichnung)

oder…

  • eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder an eine Dritte Person weitergibt.

oder…

  • das nicht für seine Kenntnis bestimmte Wort eines anderen mit einem Abhörgerät abhört.

oder…

  • das abgehörte oder aufgenommene Gespräch öffentlich mitteilt.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

§201 – Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer unbefugt

  1. das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt oder
  2. eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.

(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt

  1. das nicht zu seiner Kenntnis bestimmte nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen mit einem Abhörgerät abhört oder
  2. das nach Absatz 1 Nr. 1 aufgenommene oder nach Absatz 2 Nr. 1 abgehörte nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen im Wortlaut oder seinem wesentlichen Inhalt nach öffentlich mitteilt.

Die Tat nach Satz 1 Nr. 2 ist nur strafbar, wenn die öffentliche Mitteilung geeignet ist, berechtigte Interessen eines anderen zu beeinträchtigen. 3Sie ist nicht rechtswidrig, wenn die öffentliche Mitteilung zur Wahrnehmung überragender öffentlicher Interessen gemacht wird.

(3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer als Amtsträger oder als für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter die Vertraulichkeit des Wortes verletzt (Absätze 1 und 2).

(4) Der Versuch ist strafbar.

(5) 1Die Tonträger und Abhörgeräte, die der Täter oder Teilnehmer verwendet hat, können eingezogen werden. 2§ 74a ist anzuwenden.

Beispiel 1

Waldemar wird von seiner Ex-Freundin angerufen und nimmt dieses Gespräch ohne ihr Wissen auf.

Diese Aufnahmen nutzt Waldemar später um seine Ex-Freundin unter Druck zu setzen.

Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen

Objektiver Tatbestand:

Wer den höchstpersönlichen Lebensbereich einer anderen Person dadurch verletzt, indem er

  • unbefugt Bildaufnahmen einer anderen Person herstellt oder überträgt, die sich in einer Wohnung oder einem ähnlichen, gegen Einblick geschützten Raum befindet

oder

  • unbefugt Bildaufnahmen herstellt oder überträgt, die die Hilflosigkeit der abgebildeten Person zur Schau stellt

oder

  • solche Aufnahmen gebraucht oder dritten Personen zugänglich macht

oder

  • erlaubt hergestellte Bildaufnahmen unbefugt dritten Personen zugänglich macht.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

§201a – Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

  1. von einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, unbefugt eine Bildaufnahme herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt,
  2. eine Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, unbefugt herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt,
  3. eine durch eine Tat nach den Nummern 1 oder 2 hergestellte Bildaufnahme gebraucht oder einer dritten Person zugänglich macht oder
  4. eine befugt hergestellte Bildaufnahme der in den Nummern 1 oder 2 bezeichneten Art wissentlich unbefugt einer dritten Person zugänglich macht und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt.

(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt von einer anderen Person eine Bildaufnahme, die geeignet ist, dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden, einer dritten Person zugänglich macht.

(3) Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine Bildaufnahme, die die Nacktheit einer anderen Person unter achtzehn Jahren zum Gegenstand hat,

  1. herstellt oder anbietet, um sie einer dritten Person gegen Entgelt zu verschaffen, oder
  2. sich oder einer dritten Person gegen Entgelt verschafft.

(4) Absatz 1 Nummer 2, auch in Verbindung mit Absatz 1 Nummer 3 oder Nummer 4, Absatz 2 und 3 gelten nicht für Handlungen, die in Wahrnehmung überwiegender berechtigter Interessen erfolgen, namentlich der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dienen.

(5) Die Bildträger sowie Bildaufnahmegeräte oder andere technische Mittel, die der Täter oder Teilnehmer verwendet hat, können eingezogen werden. 2§ 74a ist anzuwenden.

Beispiel 1

Um zu sehen was die Ex-Freundin von Waldemar zuhause und macht, und ob Sie einen neuen Freund hat, beobachtet er die Wohnung seiner Ex-Freundin durch ein Fenster. Als der neue Freund seiner Ex-Freundin nachhause kommt, fertigt Waldemar Fotos von den beiden an um seine Ex-Freundin später damit zu konfronierten.

Verletzung des Briefgeheimnisses

Objektiver Tatbestand:

Wer…

  • einen verschlossenen Brief oder anderes Schriftstück, welches nicht zu seiner Kenntnis bestimmt ist, öffnet

oder

  • sich vom Inhalt des verschlossenen Briefes oder anderen Schriftstückes, Kenntnis verschafft ohne diesen dabei zu öffnen (z.B. Durchleuchten)

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

§202 – Verletzung des Briefgeheimnisses

(1) Wer unbefugt

  1. einen verschlossenen Brief oder ein anderes verschlossenes Schriftstück, die nicht zu seiner Kenntnis bestimmt sind, öffnet oder
  2. sich vom Inhalt eines solchen Schriftstücks ohne Öffnung des Verschlusses unter Anwendung technischer Mittel Kenntnis verschafft,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 206 mit Strafe bedroht ist.

(2) Ebenso wird bestraft, wer sich unbefugt vom Inhalt eines Schriftstücks, das nicht zu seiner Kenntnis bestimmt und durch ein verschlossenes Behältnis gegen Kenntnisnahme besonders gesichert ist, Kenntnis verschafft, nachdem er dazu das Behältnis geöffnet hat.

(3) Einem Schriftstück im Sinne der Absätze 1 und 2 steht eine Abbildung gleich.

Beispiel 1

Waldemar arbeitet am Empfang als Sicherheitsmitarbeiter und ist auch für das Verteilen der Post zuständig.

Waldemar hat Interesse an Sibylle aus der Rechtsabteilung und möchte gerne wissen, was in dem Brief für Sibylle steht. Daher öffnet Waldemar den Brief erst vorsichtig, liest den Text und verschließt den Brief danach wieder vorsichtig.

Ausspähen von Daten

Objektiver Tatbestand:

Wer sich oder einem anderen, unbefugt den Zugang zu Daten verschafft, welche nicht für ihn bestimmt sind und gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind (z.B. Passwort) und dabei die Zugangssicherung überwindet (z.B. das Passwort hackt)

Bei diesen Daten handelt es sich nur um digital gespeicherte Daten.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 3 Jahre

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

§202a – Ausspähen von Daten

(1) Wer unbefugt sich oder einem anderen Zugang zu Daten, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, unter Überwindung der Zugangssicherung verschafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Daten im Sinne des Absatzes 1 sind nur solche, die elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeichert sind oder übermittelt werden.

Beispiel 1

Da Waldemar gerne wissen möchte, was seine Ex-Freundin inzwischen so treibt, hackt er das Passwort vom E-Mail-Zugang seiner Ex-Freundin und verschafft sich somit Zugang zu privaten Daten und E-Mails.

Körperverletzung

Objektiver Tatbestand:

Wer …

  • eine andere Person
  • körperlich misshandelt (Beeinträchtigung des körperlichen Wohlbefindens – z.B. das einfache hervorrufen von Schmerz)
  • oder an der Gesundheit schädigt (Substanzverletzung am Körper – z.B. brechen eines Armes)

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

§223 – Körperverletzung

(1) Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Beispiel 1

Florian und Sabrina streiten sich, wer das gemeinsame Kind am kommenden Wochenende haben darf. Als Sabrina lauter wird, schlägt Florian ihr mit der Faust ins Gesicht.

gefährliche Körperverletzung

Objektiver Tatbestand:

Wer eine Körperverletzung durch einen der folgenden Arten begeht:

  • Beibringen von Gift oder anderer gesundheitsschädlicher Stoffe
  • mit einer Waffe oder einem gefährlichen Werkzeug
  • durch einen hinterlistigen Überfall
  • mit einer anderen Person gemeinschaftlich
  • durch einer, das Leben gefährdenden, Behandlung

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • 6 Monate bis zu 10 Jahren

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

§224 – gefährliche Körperverletzung

(1) Wer die Körperverletzung

  1.  durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,
  2.  mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,
  3.  mittels eines hinterlistigen Überfalls,
  4.  mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder
  5.  mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung

begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Beispiel 1

Florian und Sabrina streiten sich, wer das gemeinsame Kind am kommenden Wochenende haben darf. Als Sabrina lauter wird, nimmt Florian einen Kerzenständer und schlägt ihr damit ins Gesicht.

schwere Körperverletzung

Objektiver Tatbestand:

Wenn eine Körperverletzung zur Folge hat, dass das Opfer…

  • das Sehvermögen auf einen oder beiden Augen, das Gehör, das Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit verliert,
  • ein wichtiges Glied des Körpers verliert (z.B. Bein) oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann
  • in erheblicher Weise dauernd entstellt wird, in Siechtum, Lähmung, geistige Krankheit oder Behinderung verfällt

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe von 1 Jahr bis zu 10 Jahre

Verbrechen oder Vergehen?

Verbrechen

Versuch strafbar?

Ja

Unterschied zwischen gefährlicher und schwerer Körperverletzung

  • die gefährliche Körperverletzung beschreibt die Art und Weise wie eine Körperverletzung begangen wird
  • die schwere Körperverletzung beschreibt die Folgen einer Körperverletzung

§226 – schwere Körperverletzung

(1) Hat die Körperverletzung zur Folge, dass die verletzte Person

  1. das Sehvermögen auf einem Auge oder beiden Augen, das Gehör, das Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit verliert,
  2. ein wichtiges Glied des Körpers verliert oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann oder
  3. in erheblicher Weise dauernd entstellt wird oder in Siechtum, Lähmung oder geistige Krankheit oder Behinderung verfällt,

so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

(2) Verursacht der Täter eine der in Absatz 1 bezeichneten Folgen absichtlich oder wissentlich, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.

(3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.

Beispiel 1

Florian und Sabrina streiten sich wer das gemeinsame Kind am kommenden Wochenende haben darf. Als Sabrina lauter wird drückt Florian mit zwei Fingern in die Augen von Sabrina. Sie wird daraufhin auf beiden Augen blind.

fahrlässige Körperverletzung

Objektiver Tatbestand:

Wer…

– eine Körperverletzung an einer anderen Person durch Fahrlässigkeit verursacht-

Subjektiver Tatbestand:

Fahrlässigkeit

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahre
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

§229 – fahrlässige Körperverletzung

Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Beispiel 1

Ralf möchte Laura zeigen wie man einen Stock schnitzt. Als er das Messer jedoch ansetzt rutscht er ab, und schneidet Laura in die Hand.

Freiheitsberaubung

Objektiver Tatbestand:

Wer…

  • einen anderen Menschen einsperrt oder auf anderer Weise der Freiheit beraubt

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

§239 – Freiheitsberaubung

(1) Wer einen Menschen einsperrt oder auf andere Weise der Freiheit beraubt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) Auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter

  1. das Opfer länger als eine Woche der Freiheit beraubt oder
  2. durch die Tat oder eine während der Tat begangene Handlung eine schwere Gesundheitsschädigung des Opfers verursacht.

(4) Verursacht der Täter durch die Tat oder eine während der Tat begangene Handlung den Tod des Opfers, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.

(5) In minder schweren Fällen des Absatzes 3 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 4 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.

Beispiel 1

Ute möchte sich mit ihren Freundinnen zu einem Mädelsabend treffen. Jürgen ist aber gegen dieses Treffen, hält Ute fest und sperrt diese dann in einer Besenkammer ein.

Nötigung

Objektiver Tatbestand:

Wer…

  • einen anderen Menschen
  • rechtswidrig
  • mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel
  • zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis 3 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

§240 – Nötigung

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.

(3) Der Versuch ist strafbar.

(4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

  1. eine andere Person zu einer sexuellen Handlung nötigt,
  2. eine Schwangere zum Schwangerschaftsabbruch nötigt oder
  3. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger missbraucht.

Beispiel 1

Marko benötigt dringend noch Hausaufgaben für die Mathestunde am morgigen Tage. Die Hausaufgaben lässt er sonst immer von Sven machen. Also geht Marko zu Sven um ihm den Auftrag zu geben. Sven hat heute aber keine Zeit und sagt ab. Daraufhin packt Marko den Sven und droht ihm mit einem Faustschlag. Daraufhin lenkt Sven ein.

Bedrohung

Objektiver Tatbestand:

Wer…

  • einen anderen Menschen
  • mit der Begehung eines gegen ihn oder einer ihm nahestehenden Person gerichteten
  • Verbrechens bedroht

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

§241 – Bedrohung

(1) Wer einen Menschen mit der Begehung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten Verbrechens bedroht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer wider besseres Wissen einem Menschen vortäuscht, dass die Verwirklichung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten Verbrechens bevorstehe.

Beispiel 1

In einer Diskothek rempelt Uwe aus Versehen den Felix an. Dieser tickt daraufhin völlig aus und schreit “Was willst du dreckiger Penner? Wenn du rausgehst warte ich auf dich, und dann bring ich dich um!

Diebstahl

Objektiver Tatbestand:

Wer …

  • eine fremde, (eine Sache die einem nicht oder nur zum Teil gehört)
  • bewegliche Sache
  • einem anderen wegnimmt (Wegnahme= Bruch fremden Gewahrsams, Begründung neuen Gewahrsams)
  • in der Absicht die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen. (Man selber, oder ein Dritter möchte mit der Sache verfahren wie ein Eigentümer)

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

§242 – Diebstahl

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Beispiel 1

Christian geht in einen Elektronikmarkt. Dort sieht er das neue IPhone 5S und steckt sich dieses in die Jackentasche. Er geht durch die Kassenzone und verlässt den Markt ohne zu bezahlen.

besonders schwerer Fall des Diebstahls

Objektiver Tatbestand:

Wer einen Diebstahl begeht und dabei:

  • in ein Gebäude, Dienst- oder Geschäftsraum oder anderen umschlossenen Raum, einbricht, einsteigt, mit falschen Schlüssel oder anderem Werkzeug eindringt, oder sich im Raum verborgen hält
  • eine Sache stiehlt, die durch ein verschlossenen Behältnis oder einer anderen Schutzvorrichtung gegen Wegnahme besonders gesichert ist
  • gewerbsmäßig stiehlt
  • aus einer Kirche,  oder einem anderen der Religionsausübung dienenden Gebäude oder Raum (z.B. Moschee) eine Sache stiehlt, die dem Gottesdienst gewidmet ist oder der religiösen Verehrung dient
  • eine Sache von Bedeutung für Wissenschaft, Kunst, Geschichte oder technischer Entwicklung stiehlt, die sich in einer allgemein zugänglichen Sammlung, oder Ausstellung befindet (z.B. Kunstgalerie)
  • stiehlt indem er die Hilflosigkeit einer anderen Person, einen Unglücksfall oder eine gemeine Gefahr ausnutzt
  • Waffen, Kriegswaffen oder Sprengstoff stiehlt.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis zu 10 Jahren

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

§243 – besonders schwerer Fall des Diebstahls

(1) In besonders schweren Fällen wird der Diebstahl mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

  1. zur Ausführung der Tat in ein Gebäude, einen Dienst- oder Geschäftsraum oder in einen anderen umschlossenen Raum einbricht, einsteigt, mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsmäßigen Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt oder sich in dem Raum verborgen hält,
  2. eine Sache stiehlt, die durch ein verschlossenes Behältnis oder eine andere Schutzvorrichtung gegen Wegnahme besonders gesichert ist,
  3. gewerbsmäßig stiehlt,
  4. aus einer Kirche oder einem anderen der Religionsausübung dienenden Gebäude oder Raum eine Sache stiehlt, die dem Gottesdienst gewidmet ist oder der religiösen Verehrung dient,
  5. eine Sache von Bedeutung für Wissenschaft, Kunst oder Geschichte oder für die technische Entwicklung stiehlt, die sich in einer allgemein zugänglichen Sammlung befindet oder öffentlich ausgestellt ist,
  6. stiehlt, indem er die Hilflosigkeit einer anderen Person, einen Unglücksfall oder eine gemeine Gefahr ausnutzt oder
  7. eine Handfeuerwaffe, zu deren Erwerb es nach dem Waffengesetz der Erlaubnis bedarf, ein Maschinengewehr, eine Maschinenpistole, ein voll- oder halbautomatisches Gewehr oder eine Sprengstoff enthaltende Kriegswaffe im Sinne des Kriegswaffenkontrollgesetzes oder Sprengstoff stiehlt.

(2) In den Fällen des Absatzes 1 Satz 2 Nr. 1 bis 6 ist ein besonders schwerer Fall ausgeschlossen, wenn sich die Tat auf eine geringwertige Sache bezieht.

Beispiel 1

Um 21.50 betritt Jörg ein Kaufhaus. Dieses schließt um 22 Uhr. Damit er in der Nacht nicht einbrechen muss, versteckt er sich um 22 Uhr und lässt sich einschließen.

In der Nacht nimmt Jörg dann mehrere wertvolle Gegenstände mit und steigt durch ein Fenster nach außen.

Diebstahl mit Waffen, Bandendiebstahl, Wohnungseinbruchsdiebstahl

Objektiver Tatbestand:

Wer …

  • einen Diebstahl begeht, und dabei er oder eine andere Person eine Waffe oder gefährliches Werkzeug bei sich führt
  • als Mitglied einer Bande mit einem Bandenmitglied zusammen stiehlt
  • einen Diebstahl begeht, und dabei in eine Wohnung einbricht, einsteigt oder mit einem falschen Schlüssel oder anderem Werkzeug darin eindringt, oder sich in der Wohnung verborgen hält

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe von 6 Monate bis zu 10 Jahren

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

§244 – Diebstahl mit Waffen, Bandendiebstahl, Wohnungseinbruchsdiebstahl

(1) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer

  1. einen Diebstahl begeht, bei dem er oder ein anderer Beteiligter
  2. a) eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt,
  3. b) sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden,
  4. als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Raub oder Diebstahl verbunden hat, unter Mitwirkung eines anderen Bandenmitglieds stiehlt oder
  5. einen Diebstahl begeht, bei dem er zur Ausführung der Tat in eine Wohnung einbricht, einsteigt, mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsmäßigen Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt oder sich in der Wohnung verborgen hält.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren.

(4) In den Fällen des Absatzes 1 Nummer 2 ist § 73d anzuwenden.

Beispiel 1

Patrick wird vom Serientäter T. das Handy aus der Hand gerissen. Der T. trägt bei der Ausführung der Tat eine Schusswaffe.

Unterschlagung

Objektiver Tatbestand:

Wer …

  • eine fremde, (eine Sache die einem nicht oder nicht zum Teil gehört)
  • bewegliche Sache
  • die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet. (Man selber, oder ein Dritter möchte mit der Sache verfahren wie ein Eigentümer)

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

Unterschied Diebstahl und Unterschlagung:

Sowohl bei Diebstahl als auch der Unterschlagung geht es um die rechtswidrige Zueignung einer Sache. Allerdings findet beim Diebstahl erst eine Wegnahme statt. Bei der Unterschlagung findet keine Wegnahme statt – der Täter braucht das Gewahrsam des Opfers nicht brechen. (z.B. er hat die Sache schon)

§246 – Unterschlagung

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Ist in den Fällen des Absatzes 1 die Sache dem Täter anvertraut, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

(3) Der Versuch ist strafbar.

Beispiel 1

Susanne leiht sich 10 Bücher – für 4 Wochen – in der örtlichen Bibliothek aus. Nach 4 Wochen bringt sie die Bücher aber nicht zurück sondern behält diese zuhause.

Diebstahl geringwertiger Sachen

Der Diebstahl oder die Unterschlagung wird nur auf Antrag verfolgt (Antragsdelikt), wenn der Wert der Sache bis ca. 50 € beträgt.

Die Strafverwaltungsbehörden können die Tat aber auch ohne Antrag eines Geschädigten verfolgen, wenn ein besonderes öffentliches Interesse besteht.

§248a – Diebstahl geringwertiger Sachen

Der Diebstahl und die Unterschlagung geringwertiger Sachen werden in den Fällen der §§242 und 246 nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Beispiel 1

Das Kaufhaus bemerkt einen Diebstahl einer CD im Wert von 25Euro. Das Kaufhaus verzichtet aus Kulanz auf die Anzeige und von Amtswegen gibt es keine weitere Verfolgung.

Raub

Objektiver Tatbestand:

Wer …

  • mit Gewalt oder unter Androhung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben, gegen eine andere Person
  • eine fremde, bewegliche Sache wegnimmt,
  • in der Absicht die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen. (Man selber, oder ein Dritter möchte mit der Sache verfahren wie ein Eigentümer)

Ein Raub ist also so gesehen ein Diebstahl + Anwendung von Gewalt oder Drohungen mit Gefahr für Leib und Leben des Opfers, vor oder während des Diebstahls.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe nicht unter 1 Jahr

Verbrechen oder Vergehen?

Verbrechen

Versuch strafbar?

Ja

§249 – Raub

(1) Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Beispiel 1

Martin tritt Maik von hinten in die Beine wodurch dieser zu Boden fällt. Daraufhin drückt er Maik weiter auf den Boden und durchsucht gleichzeitig seine Taschen. Er findet ein Portmonee und läuft weg.

Räuberischer Diebstahl

Objektiver Tatbestand:

Wer …

  • bei einem Diebstahl auf frischer Tat betroffen
  • gegen eine Person Gewalt ausübt, oder mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben droht
  • um sich im Besitz des gestohlenen Gutes zu halten.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe nicht unter 1

Verbrechen oder Vergehen?

Verbrechen

Versuch strafbar?

Ja

§252 – Räuberischer Diebstahl

Wer, bei einem Diebstahl auf frischer Tat betroffen, gegen eine Person Gewalt verübt oder Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben anwendet, um sich im Besitz des gestohlenen Gutes zu erhalten, ist gleich einem Räuber zu bestrafen.

Beispiel 1

Der Täter T. stiehlt in einem Elektromarkt eine Xbox One. Als er das Geschäft verlassen möchte hält ihn der Ladendetektiv L. auf. Anstatt anzuhalten und zu kooperieren schlägt der T. dem L. unvermittelt ins Gesicht und läuft weg.

Räuberische Erpressung

Objektiver Tatbestand:

Wird…

  • eine Erpressung durch
  • Gewalt gegen eine Person, oder durch Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben begangen.

Eine räuberische Erpressung ist eine Erpressung + Anwendung von Gewalt oder Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe nicht unter 1

Verbrechen oder Vergehen?

Verbrechen

Versuch strafbar?

Ja

§255 – Räuberische Erpressung

Wird die Erpressung durch Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben begangen, so ist der Täter gleich einem Räuber zu bestrafen.

Beispiel 1

Der Täter T. kommt seinem Opfer O. entgegen. T. hält O. ein Messer an den Hals und fordert die Wiedergabe von Handy und Portmonee. O. händigt T. die Sachen aus.

Begünstigung

Objektiver Tatbestand:

Wer…

  • einem anderen,
  • der eine rechtswidrige Tat begangen hat
  • in der Absicht Hilfe leistet
  • in dem Vorteil der Tat zu sichern.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis 5 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Nein

§257 – Begünstigung

(1) Wer einem anderen, der eine rechtswidrige Tat begangen hat, in der Absicht Hilfe leistet, ihm die Vorteile der Tat zu sichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Die Strafe darf nicht schwerer sein als die für die Vortat angedrohte Strafe.

(3) Wegen Begünstigung wird nicht bestraft, wer wegen Beteiligung an der Vortat strafbar ist. Dies gilt nicht für denjenigen, der einen an der Vortat Unbeteiligten zur Begünstigung anstiftet.

(4) Die Begünstigung wird nur auf Antrag, mit Ermächtigung oder auf Strafverlangen verfolgt, wenn der Begünstigter als Täter oder Teilnehmer der Vortat nur auf Antrag, mit Ermächtigung oder auf Strafverlangen verfolgt werden könnte. § 248a gilt sinngemäß.

Beispiel 1

Alfred hat eine Bank überfallen. Da ihm die Polizei schon auf den Versen ist, bietet ihm Ella an, das Geld bei sich im Garten zu verstecken. Daraufhin versteckt Ella das Geld in ihrem Gartenhaus.

Hehlerei

Objektiver Tatbestand:

Wer…

  • eine Sache die
  • eine andere Person aus einem rechtswidrigen Vermögensdelikt erlangt hat
  • ankauft, oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, verkauft, oder verkaufen hilft
  • um sich oder einen Dritten zu bereichern.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis 5 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

§259 – Hehlerei

(1) Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Die §§ 247 und 248a gelten sinngemäß.

(3) Der Versuch ist strafbar.

Beispiel 1

Simon hat 10 Handys geklaut. Da er aber damit nichts anfangen kann, entschließt er sich, diese weiterzuverkaufen. Am nächsten Tag vertickt er die Handys auf dem Schulhof.

Betrug

Objektiver Tatbestand:

Wer…

  • in der Absicht, sich oder einem Dritten einen Vermögensvorteil zu verschaffen
  • das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt,
  • dass er durch Vorspiegelung falscher, oder durch Entstellung/Unterdrückung wahrer Tatsachen

einen Irrtum hervorruft oder unterhält.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis 5 Jahren
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

§263 – Betrug

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

  1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat,
  2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die fortgesetzte Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu bringen,
  3. eine andere Person in wirtschaftliche Not bringt,
  4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht oder
  5. einen Versicherungsfall vortäuscht, nachdem er oder ein anderer zu diesem Zweck eine Sache von bedeutendem Wert in Brand gesetzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört oder ein Schiff zum Sinken oder Stranden gebracht hat.

(4) § 243 Abs. 2 sowie die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.

(5) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer den Betrug als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.

(6) Das Gericht kann Führungsaufsicht anordnen (§ 68 Abs. 1).

(7) Die §§ 43a und 73d sind anzuwenden, wenn der Täter als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat. § 73d ist auch dann anzuwenden, wenn der Täter gewerbsmäßig handelt.

Beispiel 1

Herr Y. tauscht an einem Paar neuer Schuhe im Supermarkt die Preisetiketten aus. Er löst von einem paar billigerer Schuhe die Etikette  ab und überklebt die auf den teuren Schuhen. Damit geht er zur Kasse und muss nur den Preis für die günstigeren Schuhe zahlen.

Erschleichen von Leistungen

Objektiver Tatbestand:

Wer sich…

  • die Leistung eines Automaten erschleicht oder
  • die Leistung eines öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationsnetzes erschleicht oder
  • die Beförderung durch ein Verkehrsmittel erschleicht oder
  • den Zutritt zu einer Veranstaltung erschleicht.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis 1 Jahr
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

§265a – Erschleichen von Leistungen

(1) Wer die Leistung eines Automaten oder eines öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationsnetzes, die Beförderung durch ein Verkehrsmittel oder den Zutritt zu einer Veranstaltung oder einer Einrichtung in der Absicht erschleicht, das Entgelt nicht zu entrichten, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) Die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.

Beispiel 1

Jutta steigt in eine Straßenbahn ohne ein gültiges Ticket gekauft zu haben…

Urkundenfälschung

Objektiver Tatbestand:

Wer…

  • zur Täuschung im Rechtsverkehr
  • eine unechte Urkunde herstellt oder
  • eine echte Urkunde verfälscht oder
  • eine unechte, oder verfälschte Urkunde gebraucht

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis 1 Jahr
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

§267 – Urkundenfälschung

(1) Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

  1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Betrug oder Urkundenfälschung verbunden hat,
  2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt,
  3. durch eine große Zahl von unechten oder verfälschten Urkunden die Sicherheit des Rechtsverkehrs erheblich gefährdet oder
  4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger missbraucht.

(4) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer die Urkundenfälschung als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.

Beispiel 1

Damit David endlich Medizin studieren kann, ändert er die Note seines Abschlusszeugnisses von 2,8 auf 1,8. Damit bewirbt er sich an einer Universität, welche ihn später annimmt.

Sachbeschädigung

Objektiver Tatbestand:

Wer…

  • rechtswidrig
  • eine fremde Sache
  • beschädigt (Substanzverletzung der Sache – Die Sache bleibt aber brauchbar)
  • oder zerstört (Substanzverletzung der Sache – Die Sache ist nicht weiter brauchbar)
  • oder wer das Erscheinungsbild einer fremden Sache erheblich und dauerhaft verändert.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe bis 2 Jahr
  • Geldstrafe

Verbrechen oder Vergehen?

Vergehen

Versuch strafbar?

Ja

§303 – Sachbeschädigung

(1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.

(3) Der Versuch ist strafbar.

Beispiel 1

Eine Gruppe Jugendlicher zerkratzt nachts die Fensterscheiben einer S-Bahn.

Brandstiftung

Objektiver Tatbestand:

Wer fremde…

  • Gebäude, Hütten, Betriebsstätten, Maschinen, Warenlager, Kraftfahrzeuge, Schienen-, Luft – oder Wasserfahrzeuge, Wälder, Heiden, Moore, land-, ernährungs- oder forstwirtschaftliche Anlagen oder Erzeugnisse
  • in Brand setzt oder
  • durch Brandlegung ganz oder teilweise zerstört.

Subjektiver Tatbestand:

Vorsatz

Bestrafung:

  • Freiheitsstrafe von 1 Jahr bis 10 Jahre

Verbrechen oder Vergehen?

Verbrechen

Versuch strafbar?

Ja

§306 – Sachbeschädigung durch Brandstiftung

(1) Wer fremde

  1. Gebäude oder Hütten,
  2. Betriebsstätten oder technische Einrichtungen, namentlich Maschinen,
  3. Warenlager oder -vorräte,
  4. Kraftfahrzeuge, Schienen-, Luft- oder Wasserfahrzeuge,
  5. Wälder, Heiden oder Moore oder
  6. land-, ernährungs- oder forstwirtschaftliche Anlagen oder Erzeugnisse

in Brand setzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Beispiel 1

Vor 2 Wochen hat der Jäger Herrn A. und B. beim Diebstahl von Holz im Wald gesehen. Um sich zu rächen, stecken die A. und B. die Wohnhütte von dem Jäger in Brand.

 

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