Vorbereitungskurs auf den IHK Sachkundenachweis gem. § 34a GewO
Lektion

DGUV Vorschrift 23 – Wach- und Sicherungsdienste

Die DGUV Vorschrift 23 ist eine Verordnung der Berufsgenossenschaften, die extra für das Sicherheitsgewerbe erlassen worden sind. Da die Mitarbeiter im Sicherheitsbereich besonderen Gefahren ausgesetzt sind (z.B. Tragen einer Waffe, berauschte Personen etc.), ist es nötig besondere Gesundheitsschutzvorkehrungen zu treffen. Diese sind in der DGUV Vorschrift 23 erfasst.

Eignung

Nach §3 DGUV Vorschrift 23 hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass Wach- und Sicherheitsdiensttätigkeiten nur von Personen ausgeführt werden, die dafür körperlich und psychisch geeignet sind. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein und eine der Aufgabe entsprechenden Ausbildung haben (z.B. Waffensachkunde, Erste-Hilfe-Ausbildung etc.). Außerdem muss der Unternehmer über die Befähigung der Mitarbeiter Aufzeichnungen führen.

§3 DGUV Vorschrift 23 – Eignung

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Wach- und Sicherungstätigkeiten nur von Versicherten ausgeführt werden, die die erforderlichen Befähigungen besitzen. Die Versicherten dürfen für diese Tätigkeiten nicht offensichtlich ungeeignet sein. Über die Befähigungen sind Aufzeichnungen zu führen.

Dienstanweisung

Nach §4 DGUV Vorschrift 23 muss der Unternehmer eine Dienstanweisung erstellen in der festgehalten ist, dass die Mitarbeiter Mängel und besondere Gefahren die bei der Arbeit auftreten weiter zu melden haben.

Außerdem muss der Unternehmer gewährleisten, dass seine Mitarbeiter vor Aufnahme des Dienstes, und danach regelmäßig unterwiesen werden.

Auch ist festgelegt, dass die Mitarbeiter die Maßnahmen der Arbeitssicherheit zu unterstützen und den Anweisungen der Dienstanweisung folge zu leisten haben. Sie dürfen also keine Anweisungen von Auftraggebern umsetzen, die dem Sicherheitsauftrag entgegenstehen.

Solch eine allgemeine Dienstanweisung sollte Angaben zu Rechten und Pflichten der Versicherten, Verschwiegenheit, Eigensicherung, Umgang mit Schusswaffen, Verbot berauschender Mittel etc. enthalten.

Neben der allgemeinen Dienstanweisung gibt es auch noch die spezielle Dienstanweisung eines jeden Objektes, in der genaue Tätigkeiten und Arbeitsschutzmaßnahmen festgehalten sind.

Die Dienstanweisungen sollten jedem Mitarbeiter zugänglich sein. (vor Unbefugten geschützt)

Wenn Mitarbeiter unterwiesen werden muss dies durch den Unternehmer dokumentiert werden.

§4 DGUV Vorschrift 23 – Dienstanweisung

(1) Der Unternehmer hat das Verhalten des Wach- und Sicherungspersonals einschließlich des Weitermeldens von Mängeln und besonderen Gefahren durch Dienstanweisungen zu regeln.

(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass das Wach- und Sicherungspersonal anhand der Dienstanweisungen vor Aufnahme der Tätigkeit und darüber hinaus regelmäßig unterwiesen wird. Außerdem ist das sicherheitsgerechte Verhalten bei besonderen Gefahren so weit wie möglich zu üben.

(3) Die Versicherten haben die der Arbeitssicherheit dienenden Maßnahmen zu unterstützen und die Dienstanweisungen zu befolgen. Sie dürfen keine Weisungen des Auftraggebers befolgen, die dem Sicherungsauftrag entgegenstehen.

Verbot berauschender Mittel

Während der Dienstzeit gilt ein absolutes Verbot von dem Konsum berauschender Mittel wie Alkohol oder Drogen. Außerdem muss während des Dienstantritts absolute Nüchternheit vorherrschen. Es darf also in einem angemessenen Zeitraum vor der Arbeit nicht mehr konsumiert werden.

§5 DGUV Vorschrift 23 – Verbot berauschender Mittel

Der Genuss von alkoholischen Getränken und die Einnahme anderer berauschender Mittel sind während der Dienstzeit verboten. Dies gilt auch für einen angemessenen Zeitraum vor dem Einsatz. Bei Dienstantritt muss Nüchternheit gegeben sein.

Übernahme von Wach- und Sicherungsaufgaben

Der Unternehmer darf einen Bewachungsauftrag erst übernehmen, wenn eventuelle Gefahrenstellen im und am Objekt beseitigt, oder ausreichend abgesichert sind (z.B. Gruben, Chemikalien etc.). Außerdem müssen die Aufgaben der Mitarbeiter und eventuelle Nebentätigkeiten schriftlich festgelegt sein.

§6 DGUV Vorschrift 23 – Übernahme von Wach- und Sicherungsaufgaben

(1) Der Unternehmer darf Wach- und Sicherungsaufgaben nur übernehmen, wenn vermeidbare Gefahrstellen im jeweiligen Objektbereich beseitigt oder ausreichend abgesichert werden.

(2) Sicherungsumfang und -ablauf einschließlich vorgesehener Nebentätigkeiten müssen schriftlich festgelegt werden.

Sicherungstätigkeiten mit besonderen Gefahren

Wenn Mitarbeiter Sicherheitsdienstleistungen durchführen, muss der Unternehmer dies entsprechend überwachen. Ziel ist aber nicht die Überwachung, ob der Mitarbeiter seine Arbeit korrekt ausführt, sondern die Überwachung der Gesundheit des Mitarbeiters. Dies kann z.B. durch eine Totmannschaltung bewirkt werden.

§7 DGUV Vorschrift 23 – Sicherungstätigkeiten mit besonderen Gefahren

Der Unternehmer hat sicherzustellen, dass das Wach- und Sicherungspersonal überwacht wird, wenn sich bei Sicherungstätigkeiten besondere Gefahren ergeben können.

Überprüfung von Objekten

Der Unternehmer muss Objekte, die er bewacht, auf Gefahrenstellen für die Gesundheit seiner Mitarbeiter überprüfen. Er muss diese Überprüfungen regelmäßig, oder bei besonderem Anlass (z.B. Baustelle im Objekt etc.) unverzüglich durchführen und muss über diese Prüfung Aufzeichnungen machen.

Sollten Gefahren im Objekt festgestellt werden, kann der Unternehmer vom Auftraggeber verlangen, dass die Gefahren beseitigt oder entsprechend abgesichert werden.

Die Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens müssen wiederrum festgestellte Gefahren dem Unternehmer melden.

§8 DGUV Vorschrift 23 – Überprüfung von Objekten

(1) Der Unternehmer hat unabhängig von den Pflichten des Auftraggebers sicherzustellen, dass die zu sichernden Objekte auf Gefahren geprüft werden. Über diese Prüfungen sind Aufzeichnungen zu führen. Die Prüfungen haben regelmäßig, bei besonderem Anlass unverzüglich zu erfolgen.

(2) Der Unternehmer hat vom Auftraggeber zu verlangen, dass vermeidbare Gefahren beseitigt oder Gefahrstellen abgesichert werden. Bis zum Abschluss dieser Sicherungsmaßnahmen hat der Unternehmer Regelungen zu treffen, die die Sicherheit des Wach- und Sicherungspersonals auf andere Weise gewährleisten.

(3) Die Versicherten haben festgestellte Gefahren und die dagegen getroffenen Maßnahmen dem Unternehmer zu melden.

Objekteinweisung

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass seine Mitarbeiter in ein Objekt entsprechend seiner Aufgabe und der damit verbunden objektspezifischen Gefahren eingewiesen werden. Grundsätzlich müssen die Mitarbeiter zu der Zeit eingewiesen werden, zu der ihr Dienst stattfindet (z.B. Nachts wenn Nachtschichten in einem Objekt durchgeführt werden sollen). Allerdings muss auch eine Unterweisung zur Tageszeit stattfinden, damit der Mitarbeiter die Möglichkeit hat, sich die örtlichen Gegebenheiten bei Tageslicht anzuschauen.

Wenn in einem Objekt Hunde eingesetzt werden, hat der Unternehmer die Mitarbeiter entsprechend dem Umgang mit Hunden zu unterweisen.

§9 DGUV Vorschrift 23 – Objekteinweisung

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass das Wach- und Sicherungspersonal in das jeweilige zu sichernde Objekt und die spezifischen Gefahren eingewiesen wird.

(2) Die Einweisungen sind zu den Zeiten vorzunehmen, zu denen die Tätigkeit des Wach- und Sicherungspersonals ausgeübt wird.

(3) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass für alle Objekte und Objektbereiche, in denen Hunde eingesetzt sind, das Wach- und Sicherungspersonal über das Verhalten bei der Begegnung mit diesen Hunden unterwiesen wird.

Ausrüstung des Wach- und Sicherheitspersonals

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass sich die Ausrüstung und Hilfsmittel seiner Mitarbeiter in ordnungsgemäßen Zustand befinden und, dass das Personal in die Handhabung dieser Ausrüstung und Hilfsmittel unterwiesen ist.

Wenn Ausrüstung oder Hilfsmittel angelegt werden müssen, dann darf die Bewegungsfreiheit (vor allem der Hände) nicht zu stark beeinträchtigt sein.

Der Unternehmer muss gewährleisten, dass jeder Versicherte das für die Wachaufgabe entsprechende Schuhwerk trägt. (z.B. Sicherheitsschuhe)

Der Unternehmer muss gewährleisten, dass jeder Versicherte bei Dunkelheit mit einer leistungsfährigen Taschenlampe ausgerüstet ist.

Der Versicherte muss die ihm zur Verfügung gestellten Hilfsmittel entsprechen der Anordnung nutzen.

§10 DGUV Vorschrift 23 – Ausrüstung des Wach- und Sicherungspersonals

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass sich die für das Wach- und Sicherungspersonal erforderlichen Einrichtungen, Ausrüstungen und Hilfsmittel in ordnungsgemäßem Zustand befinden und dass das Wach- und Sicherungspersonal in deren Handhabungen unterwiesen ist.

(2) Anlegbare Ausrüstungen und Hilfsmittel müssen so beschaffen und angelegt sein, dass die Bewegungsfreiheit, insbesondere die der Hände, nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt wird.

(3) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass der jeweiligen Wach- und Sicherungsaufgabe entsprechendes Schuhwerk von den Versicherten getragen wird.

(4) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass bei Dunkelheit eingesetztes Wach- und Sicherungspersonal mit leistungsfähigen Handleuchten ausgerüstet ist.

(5) Die Versicherten haben die zur Verfügung gestellten Ausrüstungen und Hilfsmittel bestimmungsgemäß zu benutzen.

Brillenträger

Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens die bei Wach- und Sicherungsaufgaben eine Brille tragen müssen diese gegen Verlieren sichern (z.B. festes Gummiband) oder eine Ersatzbrille mitführen.

§11 DGUV Vorschrift 23 – Brillenträger

Versicherte, die bei Wach- und Sicherungsaufgaben zur Korrektur ihres Sehvermögens eine Brille tragen müssen, haben diese gegen Verlieren zu sichern oder eine Ersatzbrille mitzuführen.

Hunde

Grundsätzlich dürfen Hunde bei Wach- und Sicherungsaufgaben eingesetzt werden. Allerdings dürfen nur geprüfte Hunde mit einem Hundeführer eingesetzt werden. (z.B. abgelegte Prüfung – Schutzhundprüfung A). Hunde die der entsprechenden Aufgabe aufgrund ihres Charakters oder ihres Alters nicht mehr geeignet sind, und dadurch Personen gefährden, dürfen nicht im Sicherheitsbereich eingesetzt werden. (diese Eignung wird 1x jährlich geprüft)

Ausnahmsweise dürfen auch ungeprüfte Hunde eingesetzt werden, wenn diese reine Wahrnehmungs und Meldeaufgabe erfüllen und der Hundeführer den Hund unter Kontrolle hat.

Es ist stets zu gewährleisten, dass Hunde durch Ausbildung und Einsatz nicht überfordert sind.

§12 DGUV Vorschrift 23 – Hunde

(1) Als Diensthunde dürfen nur geprüfte Hunde mit Hundeführern eingesetzt werden. Hunde, die für die Aufgabe nicht geeignet sind, die zur Bösartigkeit neigen oder deren Leistungsstand nicht mehr gegeben ist und die dadurch Personen gefährden können, dürfen nicht eingesetzt werden.

(2) Abweichend von Absatz 1 dürfen auch ungeprüfte Hunde zu Wahrnehmungs- und Meldeaufgaben eingesetzt werden, wenn hierbei der Führer seinen Hund unter Kontrolle hat.

(3) Eine Überforderung der Hunde durch Ausbildung und Einsatz ist zu vermeiden.

Hundezwinger

Wenn Hunde in Zwingern oder Zwingeranlagen gehalten werden, muss der Unternehmer gewährleisten, dass eine Einzelhaltung der Hunde (Trennung der Hunde) möglich ist.

Solch einen Zwinger, in dem Hunde untergebracht sind, darf nur vom Hundeführer oder beauftragen Personen, die dem Hund vertraut sind, betreten werden. Wichtig ist, dass am Zwinger ein Verbotsschild – “Zutritt für unbefugte Verboten” angebracht ist.

Dementsprechend müssen Zwinger abschließbar sein.

Säuberung und Instandhaltung der Zwinger darf nur erfolgen, wenn der Hund nicht im Zwinger ist.

§13 DGUV Vorschrift 23 – Hundezwinger

(1) Werden Hunde in Zwingern oder Zwingeranlagen gehalten, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass die Zwinger so beschaffen und ausgestattet sind, dass eine Einzelhaltung aller Hunde ermöglicht wird.

(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass an den Zwingern auf das Zutrittsverbot durch das Verbotszeichen “Zutritt für Unbefugte verboten” hingewiesen ist.

(3) Belegte Zwinger dürfen nur von Hundeführern oder vom Unternehmer beauftragten Personen, die mit dem jeweiligen Hund vertraut sind, betreten werden.

(4) Belegte Zwinger müssen abgeschlossen sein, sofern ein Entweichen des Hundes oder der Zutritt Unbefugter nicht auf andere Weise verhindert ist.

(5) Die Säuberung und Instandhaltung von Zwingern darf nur dann durchgeführt werden, wenn diese nicht durch Hunde belegt sind.

Hundehaltung in Objekten

Wenn Hunde in Objekten gehalten werden müssen genauso wie in §13 entsprechende Zwinger zur Haltung der Hunde vorhanden sein. In Absatz 2 sind Ausnahmen definiert.

§14 DGUV Vorschrift 23 – Hundezwinger

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass im Bereich von Objekten, in denen Hunde gehalten werden, Zwinger nach § 13 vorhanden sind.

(2) Abweichend von Absatz 1 ist außerhalb der Verkehrs- und Streifenwege auch eine vorübergehende Anbindehaltung zulässig, wenn hierfür geeignete Einrichtungen vorhanden sind und sich die Hunde jeweils nur für die Dauer einer Schicht im Bereich des Objektes befinden. Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass auf das Zutrittsverbot durch das Verbotszeichen “Zutritt für Unbefugte verboten” an den Einrichtungen hingewiesen ist.

Hundeführer

Als Hundeführer dürfen nur Mitarbeiter eingesetzt werden, die entsprechend ihrer Aufgabe unterwiesen worden sind, und die für die Führung von Hunden erforderlichen Befähigung nachweisen können, die 1x jährlich überprüft wird. (z.B. Ausbildung zum Hundeführer)

Liegt keine Befähigung mehr vor, darf der Hundeführer keinen Hund mehr im dienstlichen Auftrag führen.

§15 DGUV Vorschrift 23 – Hundeführer

(1) Als Hundeführer dürfen nur Versicherte eingesetzt werden, die entsprechend unterwiesen worden sind und dem Unternehmer ihre Befähigung nachgewiesen haben.

(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass ihm die Befähigung zum Hundeführer regelmäßig nachgewiesen wird. Bei nicht mehr ausreichender Befähigung ist die Befugnis zum Führen von Hunden zu entziehen.

Ausrüstung mit Schusswaffen

Der Unternehmer muss sicherstellen, dass Mitarbeiter nur mit Waffen ausgestattet werden, wenn dies durch den Unternehmer ausdrücklich angeordnet ist. (z.B. für Geld- und Werttransport).

Außerdem muss der Unternehmer gewährleisten, dass er nur Mitarbeiter eine Waffe aushändigt, die nach dem Waffenrecht zuverlässig, geeignet, sachkundig und an den Waffen ausgebildet sind.

Der Unternehmer muss sicherstellen, dass seine Mitarbeiter die Waffen führen regelmäßig an Schießübungen teilnehmen und ihre Schießfertigkeit sowie die erforderliche Sachkunde nachweisen. Überdiese Prüfungen muss er Aufzeichnungen erstellen und führen.

Sollten die Vorraussetzungen bei einem Mitarbeiter für das Führen einer Waffe nicht mehr ausreichen, hat er die Waffe dem Mitarbeiter umgehend zu entziehen.

§18 DGUV Vorschrift 23 – Ausrüstung mit Schusswaffen

(1) Der Unternehmer hat unter Beachtung der waffenrechtlichen Bestimmungen sicherzustellen, dass eine Ausrüstung des Wach- und Sicherungspersonals mit Schusswaffen nur dann erfolgt, wenn er dies ausdrücklich anordnet. Es dürfen nur Versicherte mit Schusswaffen ausgerüstet werden, die nach dem Waffenrecht zuverlässig, geeignet und sachkundig sowie an den Waffen ausgebildet sind.

(2) Der Unternehmer hat sicherzustellen, dass Versicherte, die Träger von Schusswaffen nach Absatz 1 sind, regelmäßig an Schießübungen teilnehmen und ihre Schießfertigkeit sowie Sachkunde nach dem Waffenrecht ihm oder einem Sachkundigen nachweisen.

(3) Schießübungen nach Absatz 2 müssen unter der Aufsicht eines nach Waffenrecht Verantwortlichen auf Schießstandanlagen durchgeführt werden, die den behördlich festgelegten sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen.

(4) Der Unternehmer hat sicherzustellen, dass über die Schießübungen, die Schießfertigkeit und den Sachkundestand Aufzeichnungen geführt werden.

(5) Der Unternehmer hat sicherzustellen, dass der Entzug von Schusswaffen nach Absatz 1 unverzüglich erfolgt, wenn die Voraussetzungen der Absätze 1 und 2 bei den Versicherten nicht mehr gegeben sind.

Schusswaffen

Bei der Durchführung von Sicherheitsdienstleistungen dürfen nur Waffen bereitgehalten und geführt werden, die in der Bundesrepublik offiziell zugelassen und angemeldet sind.

Die Waffen müssen bei Verdacht auf Mängel sofort, mindestens aber 1x jährlich durch einen Sachkundigen auf ihre Handhabungssicherheit geprüft werden.

Eine Instandsetzung darf nur von bestimmten Personen durchgeführt werden. (z.B. Büchsenmacher)

Das Bereithalten und Führen von Schreck- oder Gas-Schusswaffen bei der Durchführung von Sicherheitsdienstleistungen ist unzulässig.

§19 DGUV Vorschrift 23 – Schusswaffen

(1) Es dürfen nur Schusswaffen bereitgehalten und geführt werden, die amtlich geprüft sind und ein in der Bundesrepublik Deutschland anerkanntes Beschusszeichen tragen.

(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Schusswaffen bei Verdacht auf Mängel, mindestens jedoch einmal jährlich durch Sachkundige hinsichtlich ihrer Handhabungssicherheit geprüft werden.

(3) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die Instandsetzung von Schusswaffen nur durch Inhaber einer Erlaubnis nach § 7 oder § 41 Waffengesetz (WaffG) erfolgt.

(4) Das Bereithalten und Führen von Schreck- oder Gas-Schusswaffen ist bei der Durchführung von Wach- und Sicherungsaufgaben unzulässig.

Führen von Schusswaffen und Munition

Schusswaffen müssen in geeigneten Trageeinrichtungen geführt werden, und sollen somit gegen Abgleiten oder Rausfallen gesichert werden. Dies wird z.B. durch ein Holster gewährleistet.

Munition darf nicht lose mitgeführt werden (z.B. Hosentasche – kann leicht verloren werden)

Schusswaffen müssen beim reinen Führen gesichert oder gesperrt werden. Bei der Nutzung darf allerdings entsichert oder entsperrt werden.

§20 DGUV Vorschrift 23 – Führen von Schusswaffen und Munition

(1) Schusswaffen müssen in geeigneten Trageeinrichtungen geführt werden. Das Abgleiten oder Herausfallen der Waffe muss durch eine Sicherung verhindert sein.

(2) Munition darf nicht lose mitgeführt werden.

(3) Außer bei drohender Gefahr darf sich keine Patrone vor dem Lauf befinden. Dies gilt nicht, wenn durch konstruktive Maßnahmen sichergestellt ist, dass sich bei entspanntem Hahn kein Schuss lösen kann.

(4) Geführte Schusswaffen mit einer äußeren Sicherungseinrichtung sind, ausgenommen bei ihrem Einsatz, zu sichern.

(5) Von den Bestimmungen der Absätze 3 und 4 darf für Bereiche abgewichen werden, in denen entsprechende behördliche oder militärische Sonderregelungen bestehen.

Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition

Schusswaffen müssen getrennt von Munition aufbewahrt werden. Mindestens müssen dafür Stahlbleckschränke mit Sicherheitsschloss verwendet werden. Außerdem muss der Schutz vor Abhandenkommen und den Zugriff von Unbefugten gewährleistet werden.

Die Waffen dürfen nur im entladenen Zustand aufbewahrt werden.

§22 DGUV Vorschrift 23 – Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass für die Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition zumindest Stahlblechschränke mit Sicherheitsschloss oder entsprechend sichere Einrichtungen vorhanden sind, die eine getrennte Unterbringung von Waffen und Munition ermöglichen und Schutz gegen Abhandenkommen oder unbefugten Zugriff gewährleisten.

(2) Die Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition muss in verschlossenen Einrichtungen nach Absatz 1 erfolgen. Schusswaffen dürfen nur im entladenen Zustand aufbewahrt werden.

Eignung für Geldtransporte

Der Unternehmer darf für den Transport von Geld nur Personen einsetzen die besondere Vorraussetzungen mitbringen. So muss der Mitarbeiter mind. 18 Jahre alt sein, persönlich zuverlässig und entsprechend der Aufgabe geeignet sowie ausgebildet und eingewiesen sein.

Da Geldtransporte ein besonders hohes Gefährdungspotential mit sich bringen gibt es hier extra Bestimmungen zum Arbeitsschutz.

§24 DGUV Vorschrift 23 – Eignung für Geldtransporte

Der Unternehmer darf für Geldtransporte nur Personen einsetzen, die mindestens 18 Jahre alt, persönlich zuverlässig und geeignet sowie für diese Aufgabe besonders ausgebildet und eingewiesen sind.

Geldtransporte durch Boten

Der Unternehmer muss sicherstellen, dass Geldtransporte durch Boten in öffentlichen Bereichen durch mindestens zwei Mitarbeiter durchgeführt werden. Eine Person davon übernimmt den eigentlichen Transport – die andere die Absicherung des Boten. Dies gilt auch für Wege zwischen Transportfahrzeug Übergabe-/Übernahmestelle.

Davon gibt es bestimmte Ausnahmen:

  • wenn das Geld unauffällig in ziviler Kleidung getragen wird
  • der Transport nicht als Geldtransport erkennbar ist
  • der Anreiz für Überfälle durch technische Ausrüstung, die für außenstehende deutlich erkennbar sind, nachhaltig verringert wird
  • wenn ausschließlich Hartgeld transportiert wird und dies auch für Außenstehende durch Transportverlauf und Transportabsicherung erkennbar ist

Die Behältnisse, in denen das Geld transportiert wird, müssen entsprechend handhabbar sein (z.B. keine zu schwere und große Kiste). Außerdem darf das Behältnis mit dem Boten nicht fest verbunden sein (z.B. Handschellen)

§25 DGUV Vorschrift 23 – Geldtransporte durch Boten

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Geldtransporte durch Boten in öffentlich zugänglichen Bereichen von mindestens zwei Personen durchgeführt werden, von denen eine Person die Sicherung übernimmt. Dies gilt auch für entsprechende Wegstrecken zwischen Transportfahrzeugen und Übergabe- oder Übernahmestellen.

(2) Von Absatz 1 darf nur abgewichen werden, wenn

  • das Geld unauffällig in der bürgerlichen Kleidung getragen wird,
  • der Transport nicht als Geldtransport erkennbar ist,
  • der Anreiz zu Überfällen durch technische Ausrüstungen, die für Außenstehende deutlich erkennbar sind, nachhaltig verringert wird

oder

  • ausschließlich Hartgeld transportiert wird und dies auch für Außenstehende durch Transportverlauf und Transportabwicklung erkennbar ist.

(3) Zum Tragen bestimmte Geldtransportbehältnisse müssen ausreichend handhabbar sein. Sie dürfen mit Boten nicht fest verbunden sein.

Ordnungswidrigkeiten

Zuwiderhandlungen gegen die Berufsgenossenschaftlichen Verordnungen (DGUV Vorschrift1, ASR A1.3, DGUV Vorschrift 23) stellen Ordnungswidrigkeiten dar. Diese werden mit einem Bußgeld bedroht.

§28 DGUV Vorschrift 23 – Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 209 Abs. 1 Nr. 1 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII) handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen des § 2 in Verbindung mit

  • 3,
  • 4 Abs. 1, 2 Satz 1, Absatz 3 Satz 2,
  • 5 Satz 1 oder 3,
  • 6 Abs. 2,
  • § 7, 8 Abs. 1 Satz 1 oder 2, Absatz 2 Satz 2, Absatz 3,
  • § 9, 10 Abs. 1, 3, 4 oder 5,
  • 12 Abs. 1 Satz 1,
  • 13,
  • 14 Abs. 1, 2 Satz 2,
  • 15 Abs. 1,
  • 16 Abs. 1 Satz 1 oder 3, Absatz 3, 4 oder 6,
  • 17,
  • § 18, 19, 20 Abs. 1 Satz 2, Absatz 2, 3 Satz 1, Absatz 4,
  • 21 Abs. 1 bis 3, Absatz 4 Satz 2,
  • § 22, 24, 25 Abs. 1, 3 Satz 2,
  • 26 Abs. 1, 3 oder 5

zuwiderhandelt.

 

Beteilige dich an der Unterhaltung